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Artefakte einer vergessenen Kultur

 

In den Archiven in Salerno, in den Museen, den Kirchen, im Duomo und der Scuola Medica Salernitana: egal wo man hinkommt, nirgendwo findet man schriftliche Zeugnisse aus der Zeit vor dem 16. Jahrhundert.

Aber die Archäologie hilft. Sie entdeckt unter 2 Meter Erdrutsch Erinnerungen an die 500-jährige Tradition der Civitas Hippocratica.

Die Archäologie findet auch die historischen Stadtmauern und Wasserverläufe im Giardino della Minerva, die sich auf dem Folio 85v abzeichnen.

Und sie findet ganz außergewöhnliche Pianelle, individuell bemalt und mit einer voynich-typischen Signatur.

 


Die Scherben vom Castelli di Arechi bezeugen 700 Jahre Kulturgeschichte.

Archäologische Ausgrabungen haben im Castello di Arechi bemalte Keramiken geborgen. Die Fundstücke stammen aus allen Epochen des Mittelalters (vom VII. bis zum XVI. Jahrhundert) und erlauben einen Einblick in die Welt der Scuola Medica Salernitana und ihrer Autoritäten. Sie werden heute im Museum der Burg ausgestellt.

 

Die älteste - auf der Burg - gefundene Keramik ist 1300 Jahre alt.

Einige Fundstücke konnten auf das 7. Jahrhundert datiert werden. Diese Keramiken dienten als Töpfe (Olla) oder als Transportamphoren. Ihre Herkunft wird als kampanisch klassifiziert. Die ältesten Fragmente stammen damit aus der byzanthinischen Zeit, als auf dem Monte Bonadies das Castrum errichtet wurde.

Das war nur ein Jahrhundert bevor Adelperga & Principe Arechi II. den ersten Glanz nach Salerno bringen. Und nur 200 Jahre bevor die Schule von Salerno entsteht und sich die Civitas Hippocratica zur ihrer normannischen Hochzeit aufmacht.

Die ältesten Fundstücke in unserer Dokumentation aus dem 7. Jahrhundert bezeugen den Übergang der römischen-tradierten Keramikproduktion in die Banda Rossa Tradition.


Ceramica Invetriata - Die inglasierte Keramik verrät arabische Handelsrouten.

Auf dem Castello di Arechi werden auch wertvolle Artefakte aus dem Maghreb ausgestellt. Die Existenz der Fragmente bezeugt einen Markt zwischen Nordafrika, Sizilien und Kampanien. Die zwei Farben, Braun und Grün, die verwendet wurden, um die dekorativen Elemente geometrischer und pflanzlicher Art zu umreißen, sind oft auch außerhalb der Gefäßoberfläche vorhanden, die normalerweise glasiert aussieht. 

Zwischen dem Ende des 11. und dem gesamten 12. Jahrhundert nahm der Import von hergestellten Gütern aus maghrebinisch-sizilianischen Werkstätten erheblich zu. Mit der Schaffung eines einheitlichen Königreichs im Zentrum des Mittelmeers durch die Normannen wurde das Handelsnetzwerk, das bereits den Arabern gehörte, gestärkt, und das ermöglichte die weite Verbreitung der feinsten Produkte. 

Die Revolution der Keramikproduktion

In Süditalien findet während der Anjou-Herrschaft die wahre Revolution auf dem Gebiet der Keramikproduktion statt, als neben Importprodukten und ihren Nachahmungen Artefakte mit völlig neuen Merkmalen hergestellt werden.

Unter den bemalten Objekten gibt es eine auffällige Präsenz eines neuen Musters: Spiralen in Braun oder Grün oder als Trikolore mit dem Zusatz von Rot breiten sich aus. Diese Spiralen werden bis in die Gegenwart ein Symbol der längst vergessenen Civitas Hippocratica bleiben. 


Ceramica Graffita - Ein Kunsthandwerk von unschätzbarem Wert

Auf dem Castelli di Arechi wurden 226 Fragmente von Graffita-Töpferwaren (Teller, Becken und Krüge) gefunden. Sie beweisen die Existenz lokaler Fabriken und ein hochspezialisiertes Handwerk ab dem 14. Jahrhundert.

Nach dem Verschwinden der Scuola Medica Salernitana wird sich die wertvolle Keramik noch bis zum Ende des 16. Jahrhundert auf dem regionalen Markt halten, denn sie hatte aufgrund der Komplexität bei der Herstellung einen hohen kulturellen und kommerziellen Wert. Die Graffita-Keramik aus Salerno wurde auch in anderen historischen Stätten in Kampanien und in ganz Süditalien gefunden.

 

Was brauchte es um Ceramica Graffita herzustellen?

Das Objekt, welches kunstvoll dekoriert werden sollte, wurde in weißen, verdünnten Ton getaucht. Diese Engobe stellte die helle Grundierung für die Dekoration dar. 

Anschließend wurde die Keramik graviert und dann zum ersten Mal bei etwa 950 Grad Celsius gebrannt.

Nach dem Abkühlen wurde die Keramik mit Farben bemalt, die aus pulverisiertem und geschmolzenem Metalloxid gewonnen wurden.

Diese Metalloxide wurden in der Civitas Hippocratica eigenständig produziert. In den Traktaten der Scuola Medica Salernitana findet man auch Anweisungen zur Herstellung von Metallschäumen für eine medizinische Nutzung. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Sobald die Dekoration fertig war, wurden die Töpferwaren mit bleihaltigen Glasurabdeckungen (einer Mischung aus Bleioxid und Kieselsäure) überzogen. Bei einem zweitem Brand mit einer Hitze von ca. 920 Grad Celsius verschmolzen die Oberfläche der Keramik und die Farboxide miteinander.

Wir sehen hier die letzten Muster, die das salernitanische Kollektiv durch Keramik in unsere Erinnerungen malt.


Die Muster und Formen einer kulturellen Identität

Laut Giancarlo Cavallo wurden die mittelalterlich bemalten Flachziegel 2002 bei Dacharbeiten im Giardino della Minerva gefunden, zur Überraschung aller.

Die Bemalung an der Unterseite der Ziegel diente dazu, das Dach zu dekorieren, wenn das Gebälk sichtbar blieb. Diese Art der Dekoration ist bis heute in mittelalterlichen Kirchen im historischen Zentrum von Salerno zu sehen, zum Beispiel in der Ostia Antica, der Viterbo und auch in der Kirche Santa Maria Nuova.

Leider konnten nur sehr wenige der Pianelle im Palazza Capasso geborgen und restauriert werden. Bisher ist es technisch unmöglich, die Ziegel zu retten, ohne das gesamte Dach zu zerstören.

Für gewöhnlich sind bemalte Ziegel nur noch sehr selten in mittelalterlichen Gebäuden zu sehen. Und wenn, dann sind sie fast ausschließlich im Schablonenverfahren hergestellt. Sie sind oft einfarbig und die Bemalung ist rein monothematisch.

 

Die im Palazzo Capasso gefundenen Ziegel wurden dagegen alle handbemalt, zu verschiedenen Themen und ohne jede Schablone.

Es wird vermutet, dass die Pianelle als Spolienelement in alten religiösen Gebäuden im historischen Zentrum von Salerno verwendet wurden. Es wird auch vermutet, dass sie zu späterer Zeit geborgen und am Palazzo im Giardino della Minerva wiederverwendet wurden. Denn sehr ähnliche bemalte Dachziegel wurden auch im Duomi di Salerno gefunden.

Die dargestellten Motive teilen sich trotz ihrer Individualität Eigenschaften. Oft sind es polychrome geometrische oder polychrome zoomorphe Dekorationen, Wappen, Monogramme oder menschliche Profile.

Besonders interessant ist das Christogramm in der Variante mit langem Kreuz, umgeben von einer Sonne mit zwölf roten Strahlen. Dieses Symbol wurde vom Theologen und Kritiker des Papsttums, Ubertino da Casale (ca. 1305) geprägt.

Papst Martin V. veranlasste im Jahr 1427 schließlich die Anpassung der Symbolik und forderte das Hinzufügen eines Querstrichs zum Querbalken des großen H.

Der Symbolcharakter und die ursprüngliche Bedeutung sollten gebrochen werden. 

Manchmal wurde das Christogramm auch nachträglich durch Hinzufügen eines horizontalen Strichs zum Stab des kleinen "h" angepasst.

Da man diese Art der "Zensur" auch auf einem restaurierten Ziegel im Giardino della Minerva findet, lässt dies für diese eine Pianelle auf eine Bemalung oder eine nachträgliche Korrektur ab 1430 schließen.

 


Die Farben von Salerno

Rot und Blau findet man noch heute überall im historischen Stadtkern von Salerno und seinen schmalen Gassen.

Aber die Erinnerungen der Civitas Hippocratica malten auch in leuchtenden Ocker- und Grüntönen. An allen Einrichtungen der Scuola Medica, der ersten Protouniversität Europas und seinen Gärten.

 


Erinnerungen in Stein

Wir haben eine Sammlung an Botschaften aus der Vergangenheit dokumentiert. Jede dieser Signaturen befindet sich direkt an der massiven grünen Porta des Duomo di Salerno. 

Der Duomo wurde von Guiscardo und Sichelgaita in der Anwesenheit von Gelehrten aus dem gesammten Mittelmeerraum erbaut. Hier fand auch ein Papst im Exil seinen letzten Zufluchtsort. Gregor VII. weihte den Dom selbst, in welchem er bis heute gemeinsam mit den Reliquien von San Matteo ruht. 

Aber auch im Castello di Arechi findet man Spuren in Stein. Hier erinnert eine verwitterte Blaupause an die Vergangenheit eines Kollektivs. Dieses Relief wurde zwar skizziert, aber nie fertiggestellt. 

 

 

In dieser Welt bewegten sich die Autorinnen der Voynich-Sammlung.

 

 

 

Hier wirkten Costanza, Clarice, Rebecca, Sabella und Venturella als letzte Autoritäten eines medizinischen Kollektivs.

 

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