SOLVE - Sol & Eve - Labor für zyklisches Erkenntnisbewusstsein

"Salerno parlava molte lingue 1.000 anni fa, e così facciamo anche noi."
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VOYNICH
WIRKT

MIT JEDEM SCRUPOLO & DURCH JEDES SIMPLICA.


Werden die Pflanzen der Voynich-Sammlung zukünftig Teil eines Kulturerbes sein? 

Werden sie wieder mit den Frauen von Salerno verbunden?

Die gelehrten Medizinerinnen destillierten schon Wirkstoffe und nähten Signaturen in Pergamente, als das Heilen von weiblichen Körpern noch erlaubt war. 

Sie forschten und operierten. Sie erzeugten hochpotente Pflanzenwirkstoffe, bauten diese im lernenden Kollektiv über Jahrhunderte gemeinsam an.

Und irgendwann, bevor die ersten Exoten über den Atlantik kamen, haben sie beschlossen, das Wissen zu codieren.

Unzählige Blicke, unzählige Pflanzen. Und alle flüstern durch einen Pflanzenkatalog:

"Wir lebten immer rund um Salerno. Im Garten der Minerva. Auf gefallenen Zinnentürmen und entlang der Mauer zur alten Medizinschule. Auf den zerklüfteten Felsen im schroffen Wind. An den Wasserläufen und in den feuchten Grotten. Im muschelgeformten Brunnen. Auf sonnenverwöhnten Hügeln. Im Unterholz der Wälder. Am wilden Wegesrand. Unter den Pergolen und an Spalieren empor. Wir wuchsen überall. Durchs Pergament. Durch Wunden der Belagerung. Durch Seelen. Durch Leben und Tod. Durch ein kollektives Vergessen."

Und sie sprechen heute noch viele Sprachen. Arabisch. Hebräisch. Griechisch. Und einen unverkennbaren, süditalienischen Dialekt. Das Kollektiv schreibt sich jetzt frei. Direkt aus dem Herzen eines mittelalterlichen, interkulturellem und einmalig hochintelligenten Melting-Pots.

Wer sonst, könnte in so vielen Dimensionen medizinische und pharmakologische Auswahl, Wirkung und Dosierung auf nur eine Seite codieren?


Kann eine endemische Pflanze die Sammlung nach Hause holen?

Die Palinuro (Folio 7v) ist der Schlüssel in das Ökosystem der 600 Jahre alten Sammlung. Sie wird im wortwörtlichsten Sinne zur Schlüsselblume.

Wie verwunderlich ist es, dass eine sehr alte, paläo-endemische Pflanzenart in der Voynich-Sammlung zu finden ist? Ohne jeden Code. Keine Chiffrierung.

Diese Wildprimel-Art lebte schon an diesem winzigen Küstenstreifen, als Mittel- und Nordeuropa noch unter der Eisschicht der letzten Eiszeit verborgen waren. Die Palinuro ist seit Jahrtausenden morphologisch unverändert. Ihr Pflanzenbestand ist zudem sehr alt, denn es wachsen nur wenig neue Pflanzen nach. 

Bis einschließlich heute ist die Palinuro nur hier heimisch: an den Steilküsten des Tyrrhenischen Meeres. Dort, wo die Amalfiküste den Cilento küsst. 

 

Die Endemie der Palinuro spricht:

Ich bin nicht nur Heilerin.
Ich bin Gedächtnis.

Ich wachse, wo der Wind rau ist.
Wo das Meer sich an Felsen bricht.
Wo niemand pflanzt, aber alles bleibt.

Ich bin endemisch.
Das heißt: Ich gehöre nur hierher.
Nirgendwo sonst.

Und als sie mich zeichneten, wussten sie:
Wer mich findet, findet den Ort.
Wer mich erkennt, findet die Wahrheit.

Ich bin nicht verloren.
Ich bin eine pflanzliche Koordinate.

 

 


Miteinander verschränkte Pflanzenintelligenz.

Die Voynich-Sammlung beinhaltet zwei Simplica, die konkret in Verbindung stehen. Wir finden eine Wirtspflanze, die Cisto Purpureo (Folio 17r) und ihren Parasiten, den Hypoquistidos (Folio 11v). 

Beiden wurden von den Autoriäten in Salerno medizinisch genutzt. Beide wuchsen im Mittelalter nur in eisfreien Mittelmeerregionen.

 

Ein süditalienischer Parasitismus.

Oft wird der Zistrosenwürger (Folio 11v) nur als Parasit der Purpur-Zistrose (Folio 17r) verstanden. Die Voynich-Sammlung öffnet allerdings den Blick auf miteinander verschränkte, medizinische Intelligenz.

Denn die Autoriäten zeichneten beide Folios so, dass ihr Wurzelwerk ineinander passt. Man sieht der Zistrosenwurzel die Entfernung des Parasiten an. 

Eine einmalige Beobachtung innerhalb der gesamten Voynich-Kollektion und auch in allen Abschriften salernitanischer Werke.

Merke dir:
Tradierte Quellen aus Salerno bestätigen für beide Pflanzenarten ähnliche Anwendungsbereiche.

 

 

Katalog der Pflanzen

in Auszügen, sortiert nach der aktuellen Bindung*
  

 

*Der willkürliche Wechsel der pharmazeutischen Wirkungen ist von den salernitanischen Autoritäten nie beabsichtigt gewesen. Die Unordung entstand durch spätere Bindung. Eine Bifolio-Betrachtung zeigt, die Simplica teilen sich Wirkungsklassen, wenn sie auf einem Bifolio erscheinen. Anhand dieser Betrachtung kann die originale Bindung rekonstruiert werden.
 

Gibt es noch mehr Pflanzen, die vor 600 Jahren nur im südlichen Mittelmeerraum tradiert wurden?

Einige der Pflanzen aus dem Voynich-Manuskript waren sogar noch 100 Jahre (!) dem Verschwinden der Schule von Salerno in Mittel- und Nordeuropa unbekannt. Auch in Standardwerken des 16. Jahrhunderts, wie im "Kreüter Register" und dem "Kranckheyten Register" von Leonhart Fuchs blieben viele der regionalspezifischen Voynich-Pflanzen unbeschrieben. Obwohl nur diese beiden Fuchs-Register frühzeitig durch Wirkung auf ein frauenheilkundliches Spezialgebiet zeigten.

 

Aber nur die Traktate und Handschriften aus Salerno, aus der Schola Medica Salernitanae und dem Giardino della Minerva tradierten auch die Pflanzen, die ein sehr spezifisches Ökosystem im Mittelmeerraum benötigten. So werden das weiße Bilsenkraut, die Schmerzwurz, der echte Venusnabel, die Kreuzblättrige Wolfsmilch, der Italienische Aronstab, der Knoten-Beinwell, der Zistrosenwürger als pflanzlicher Parasit und seine Wirtin, die Purpur-Zistrose alle zu geografischen Markern.

Pflanzen, die dir zurufen:
Unsere Heimat war Süditalien.

Was sagt uns das über die Quelle?
Den Ursprung der Voynich-Sammlung?

 

Wann darf die Voynich-Sammlung nach Hause?

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